Meine Meinung

Lieber Besucher meiner Internetseite,

vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass man mich nicht auf Facebook finden kann. Sicherlich hat Facebook enorme Vorteile. Man hat einen schnellen Zugriff auf benötigte Informationen, kann Facebook zu Werbezwecken nutzen, sich austauschen und Stellungnahmen abgeben. Darin liegt aber meines Erachtens auch eine große Gefahr, denn es kann wirklich jeder auch unqualifizierte und unwichtige Meinungen kund tun, und vor allem benötigt man Zeit, um seine Kontakte zu pflegen. Für mich persönlich habe ich fest gestellt, dass ich diese Zeit lieber anderweitig investiere.

Mein Beruf als Physiotherapeutin, Shiatsupraktikerin und Hundeosteotherapeutin schluckt in seiner praktischen Umsetzung enorm viel Zeit und ich möchte meine drei Standbeine seriös betreiben. Deshalb lese ich Fachliteratur, gehe auf Fortbildungen und Seminare oder behandle meine eigenen Hunde in der freien Zeit. Da uns Therapeuten wie vielen anderen auch eine hohe Konzentrationsfähigkeit und körperliche Fitness abverlangt wird, versuche ich zudem, meine Batterien aufzuladen, indem ich in die Natur gehe oder etwas Sport triebe. Das sind meine Kraftquellen. Würde ich ständig online auf Facebook chatten oder surfen, könnte ich mich nicht mehr entspannen und wäre nicht mehr fit für den Berufsalltag. Digitale Medien beschäftigen den Kopf, weniger das Herz. Dieses benötige ich aber für meine Arbeit. Achtsamer Umgang mit Facebook ist sicherlich möglich, erfordert aber selektives Verhalten und viel Disziplin. Ich möchte gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, entscheiden zu müssen, wann und wieviel ich Facebook in mein Leben integriere.

Deshalb bitte ich um Verständnis. Ich möchte Ihnen aber ein anderes Angebot machen. Ich werde in Zukunft auf meiner Internetseite unter dem link: „Meine Meinung” Stellung beziehen zu aktuellen Themen rund um den Hund. Dies können beispielsweise kurze und verständlich formulierte Berichte zu Gelenkerkrankungen, Laufbandeinsatz, Training der Tiefenmuskulatur etc. sein.

Herzlichst, Ihre Susanne Furkert


Das ist nicht der richtige Weg! Eine einheitlich, amtliche Prüfungsordnung für Hundephysiotherapeuten muss her!

Jeder Hundebesitzer, der feststellen muss, dass sein Hund plötzlich Schmerzen am Muskel – und Skelettapparat entwickelt, möchte ihm helfen und ihm seine Lebensqualität zurück geben. Deshalb geht er zum Tierarzt, lässt den Hund untersuchen und sich beraten. In den letzten Jahren erhalten nun auch die Hundephysiotherapeuten mehr Zulauf und dies zu Recht! Denn genau diese Menschen sind darauf spezialisiert, Ursachen für Probleme im Bewegungsablauf aufzuspüren und zu behandeln. Im besten Falle wird der Hund wieder schmerzfrei, oder seine Schmerzen werden gemildert und im schlechtesten Fall schlägt der therapeutische Ansatz fehl und dem Hund kann nicht geholfen werden. Zumindest nicht, was sein subjektives Schmerzempfinden betrifft.

In der Hundetherapeutenszene gibt es nun Physiotherapeuten, die eine staatliche Anerkennung im Humanbereich haben, dort tätig sind und eine Zusatzausbildung zum Hundephysiotherapeuten absolviert haben. Ihre Tätigkeit am Hund greift dann auch auf fundierte fachliche Kenntnisse und lange praktische Erfahrungswerte aus dem Arbeitsbereich in der Humanphysiotherapie zurück. Denn Mensch und Hund sind beides Säugetiere, genauso wie Katze oder Kaninchen. Pathogene Prozesse und Ursachen – Folgeketten am Halte – und Bewegungsapparat ähneln sich sehr oder lassen sich, besser ausgedrückt, nicht voneinander unterscheiden. Jedoch ist es leider so, dass es Heilpraktikerschulen gibt, die physiotherapeutische Ausbildungen für den Hund in Crashkursen anbieten, den Kursteilnehmer eine schulische Prüfung absolvieren lassen, um ihm danach das Zertifikat „Hundephysiotherapeut“ in die Hand zu drücken. Mit Quereinsteigern meine ich übrigens die Therapeutengruppe, die aus anderen, nicht medizinischen Berufen stammen. Hierbei handelt es sich häufig um sehr talentierte Menschen, die ein unheimliches Engagement und die Liebe zum Hund mitbringen, nur leider nicht das medizinische Know- how und die praktische Erfahrung. Und gerade deshalb wäre es so immens wichtig, sie fundiert auszubilden! Denn wir brauchen Hundephysiotherapeuten gerade in einer Zeit, in der züchterische Auswüchse Überhand genommen haben und immer mehr nach Geschmack und exotischem äußeren Aussehen gezüchtet wird.

Eine Heilpraktikerschule meines Wissens bietet eine FUNDIERTE Hundephysiotherapie Ausbildung an. Unterrichtstage: 7!!!! In einer gemütlichen Zeit täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr!!! Mittagspause kommt wahrscheinlich noch hinzu. Gelehrt wird angeblich: Anatomie, Pathologie, ausführliche Ganganalyse, manuelle Therapie, Massage, Lymphdrainage, Akupunktur und Myologie. Außerdem sehr viel praktische Arbeit. Ich wiederhole: das alles in 7 Tagen!

Das macht mich wirklich sprachlos und ich frage mich: Dient dieses Procedere wirklich dem Hund als späteren Patienten oder füllt es vornehmlich die Taschen der Heilpraktikerschule = Kursgebühr.

Zum Vergleich für alle Hundebesitzer: Im Humanbereich dauert allein die Lymphdrainagweiterbildung für staatlich anerkannte Masseure und Physios vier Wochen, also 20 Werktage! Mein Wissen über Akupunktur habe ich mir in der Dauer über 15 Jahre, noch lange nicht abgeschlossen, angeeignet. Denn hinter dieser Anwendungsmethode steht das gesamte Wissen der traditionell chinesischen Medizin, die mehrere tausend Jahre alt ist. Meine Hundeosteopathie -und physiotherapieausbildung, aufbauend auf meiner staatlichen Anerkennung im Humanbereich, zog sich über zwei Jahre, jeweils Blockschulung über vier bis fünfTage. Dabei dauerte allein das Wissen und die Behandlung über die zahlreichen Möglichkeiten von Verschiebungen im Kreuzdarmbeingelenk zwei Tage. Und ich behaupte: Diese Art von Dysfunktion kommt beim Hund nicht selten vor und kann schmerzhafte Hinterhandlahmheiten verursachen. Meine Liste der Aufzählungen könnte ich noch endlos fortsetzen, doch ich hoffe, anhand dieser Beispiele verdeutlicht zu haben, was für Unterschiede es in der Hundephysiotherapieausbildung gibt und zum Schluss dürfen wir uns dann alle Hundephysiotherapeuten nennen. Wie auf einer Internetseite gelesen, gehen Hundephysiotherapeuten, die diese Crashausbildung innerhalb von sieben Tagen absolviert haben, auch noch damit nach außen, indem sie ihr Wissen als umfassend bezeichnen. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: Diese Ausbildung kann gar nicht mehr angerissenes Oberflächenwissen vermitteln. Wie wäre dies anders möglich? In sieben Tagen?

Je länger ich mit Menschen oder Hunden arbeite, desto größer wird mein Respekt vor dem Wunder eines lebendigen Körpers. Denn er sagt mir jeden Tag von neuem:“Schau hin, was ich dir zurückmelde, wenn du mich gespürt und behandelt hast: Ich sende dir die Auswirkungen zurück. Sie sind nie gleich, und immer neu und immer einzigartig! Denn ich bin ein für dich noch lange nicht entschlüsseltes Phänomen. Meine Wege , die zur Heilung führen, sind immer noch unergründlich für dich, doch ich nehme deine Hilfe dankbar an.“

Je mehr ich erfahren , lernen und spüren darf, desto größer wird mein Bewußtsein darüber, was ich nicht weiß!

So plädiere ich dringend für mehr umfangreiches Wissen in der Hundetherapeutenszene, vor allem in dessen Vermittlung in der Ausbildung einschließlich einer Prüfung, die für alle Absolventen einer Hundephysiotherapieausbildung dieselbe ist. Dann muss auch der Stoff, der unterrichtet wird, derselbe sein! Führ mehr Ehrlichkeit und Transparenz, damit der Hundebesitzer auch erfahren kann, wohin er sein Geld trägt und es seinem Hund auch wirklich zu Gute kommt.

Meine Meinung!


Training der Tiefenmuskulatur beim Hund

Meine Meinung: Älter werdende Hunde leiden genauso wie wir Menschen an Gelenkverschleiß. Doch was bedeutet dieses Phänomen genau? Gelenkverschleiß stellt sich im Röntgenbild sicherlich immer mit Verkleinerung des Gelenkspalts, Aufrauungen des Gelenkknorpels, Veränderungen der Gelenkform und knöchernen Zu– und Anbauten dar. Doch was passiert mit Gelenkkapseln, Muskeln und Faszien? Auch sie reagieren auf krank machende Einflüsse! Beispielsweise können Gelenkkapseln schrumpfen, Faszien verkleben (Flüssigkeitsverlust), Muskeln verkümmern, sich Bänder oder Knochenhaut entzünden. Alles in allem ein schmerzhafter Prozess, der natürliche Bewegungs – und Verhaltensmuster verändert. Wir alle kennen das Phänomen von Steifigkeit auf der einen Seite und Kraft und Stabilitätsverlust auf der anderen Seite. Physiotherapie uns Osteopathie greifen hier ein und können den pathologischen Prozess je nach Grad des Stadiums abmildern, aufhalten oder eventuell sogar wieder rückgängig machen.

Ich werde oft gefragt, was man als Hundebesitzer bei sich abbauender Muskulatur tun kann, um Muskulatur wieder aufzubauen? Dazu muss gesagt werden, dass wir ab einem bestimmten Stadium des Krankheitsgrads und Alter des Hundes nur bedingt etwas gegen Muskelabbau tun können. Denn eigentlich möchte der Körper ein arthrotisches Gelenk versteifen und so arbeiten wir gegen das Programm des Körpers. Meine langjährige Tätigkeit in der Humanphysiotherapie und vor allem meine Arbeit mit Patienten, die an neurologischen Erkrankungen leiden, hat mir jedoch eines ganz besonders gezeigt: Es ist wichtig, dass der Hund seine Gelenke im Lauf auf unterschiedlichen Bodenqualitäten stabilisieren kann und dies erreiche ich nicht, wenn ich selektiv und einachsig bestimmte Muskelgruppen anspreche und trainiere. Das Trainingsprogramm muss funktionell sein, damit alle Muskelgruppen angesprochen werden, die ein Gelenk stabilisieren und sofort anspannen, wenn der Hund aus dem Gleichgewicht gerät oder sich die Bodenbeschaffenheit ändert.

Meine Meinung: Ein aktives Übungsprogramm sollte immer Trainingsreize zur Gleichgewichtsschulung, Abrufung von Haltungskontrolle und Stellreflexen beinhalten.


Klein, aber fein!

Am Samstag, den 22. September fand in Ulm/ Ziegelweiler das erste Süddeutsche Rollihundetreffen statt. Ich war dort und war begeistert! Auf einer kleinen Wiese waren circa sechs Stände aufgebaut, so dass es der Überschaubarkeit diente. Ich hatte genaue Vorstellungen über die Informationen, die ich mir einholen wollte. Tatsächlich betrifft es meine Hundepatienten, die entweder bereits mit einem Rollstuhl versorgt sind oder mit einem solchen Gefährt bestmöglich ausgestattet werden müssen. Darüber hinaus gibt es auch immer wieder Vierbeiner, bei denen man über eine Schienen oder Orthesenversorgung nachdenken muss. In diesen Bereichen hatte ich noch keine „Kollegen“ an der Hand, an die ich meine Hundepatienten mit gutem Gewissen weiter verweisen konnte. Diese Lücke hat sich seit dieser Veranstaltung zu meiner vollsten Zufriedenheit geschlossen.

Ich erhielt ausführliche Informationen über eine ordentliche Rollstuhlanpassung. Ein Hunderollstuhl muss einem Hund das gesamte restliche Leben zu seiner Fortbewegung dienen. Dass dieser nirgendwo drücken darf, stabil und gleichzeitig leicht sein muss, nicht kippen sollte im Gelände und darüber hinaus auch noch dazu geeignet ist, dass man ihn unkompliziert an- und ablegen kann, versteht sich eigentlich von selbst. Trotzdem ist dies keine Selbstverständlichkeit. Allzu oft sieht man Hunde mit bemühten Zwischenlösungen herumlaufen. Erstaunt stellte ich nebenbei fest, dass man als Rollstuhlanpasserin selbst sehr viele praktische Erfahrungen sammeln muss, bis man sich so gut auskennt, dass man wirklich für jeden gehandicapten Hund eine Lösung findet. Ich kann als Physiotherapeutin auch nur den Rat geben, dass man über eine Rollstuhlversorgung zu gegebenen Anlass nachdenken darf: Zum einen ist es eine Freude zu sehen, wie schnell Hunde den Rolli in ihr Leben integrieren und einfach nur glücklich sind, dass sie wieder an einem Leben im Freien teilnehmen können. Zum anderen kann ein Rolli durchaus als Therapiegerät gesehen werden. Denn es ist zu beobachten, dass einige Hunde wieder anfangen, die Laufbewegung der Hinterbeine mitzumachen, wenn sie nicht auch noch ihr Becken stabilisieren müssen. Hubfreies Bewegen führt also manchmal zu einer Reinnervation!

Passend zu einem individuell angepassten Rolli benötigt der Hund auch ein Geschirr, mit dem er seinen Rolli ordentlich ziehen kann, ohne in seinen natürlichen Gelenkfunktionen und Abläufen gestört zu werden. Eine Schneiderin aus Dachau, die bereits individuell angepasste Geschirre aus weichem und äußerst strapazierfähigem Material für gesunde Hunde herstellt, hat sich dazu Gedanken gemacht. Herausgekommen ist ein Geschirr, an dem die Verschnallungen eingenäht worden sind, an dem sie dem Körper und dem Fell des Hundes nicht schaden können oder Reibungen hervorrufen. Der Verlauf der Riemen ist so gestaltet, dass weder Gefäße oder Lymphbahnen eingeengt werden und das Schultergelenk in seiner Bewegungsfreiheit volle Kraft entwickeln kann. Auf keinen Fall darf ein Geschirr so gearbeitet sein, dass es quer verlaufend über das Schultergelenk zieht.

Ein Orthopädiemechaniker, der seit 25 Jahren Menschen mit Hilfsmitteln versorgt und seit zehn Jahren seine Tätigkeit auf Hunde und Katzen erweitert hat, lieferte mir schlüssige Beweise dafür, dass die Versorgung eines Haustieres mit einem Hilfsmittel durchaus Sinn macht und an erkrankten oder überlasteten Körperregionen zu nützlichen Entlastungen verhelfen kann. Gerade, wenn das Tier bereits ein gewisses Alter hat und eine Operation auszuschließen ist. Auch hier ist es unerlässlich, über ein tiefes und komplexes Wissen zu verfügen und auch mal an einer Schiene so lange zu tüfteln, bis sie wirklich passt und stabil sitzt.

Ergänzt wurde das Angebot an Informationen rund um die Rolliversorgung mit Fachvorträgen, und einer DOG DANCE Showeinlage. Alles in allem ein wunderbar gelungenes kleines „Event“, von dem ich mir mehr wünsche. Nichts ist meiner Meinung nach schöner, als mit engagierten Hundemenschen, die dem Hund ein würdiges Leben ermöglichen wollen, ins Gespräch zu kommen. Ein großes Dankeschön an die Veranstalter!

Die Kontakte zu oben genannten Fachleuten können bei mir erfragt werden.